Kellerbrand mit zahlreichen geretteten Personen im Stadtteil Eglosheim

Einsatz

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Ludwigsburg wurden in der Nacht von Samstag, 31. Oktober, auf Sonntag, 1. November 2026, um 01:40 Uhr zu einem Brandeinsatz in den Finkenweg im Stadtteil Eglosheim alarmiert.

Massive Rauchentwicklung

Ursprünglich erfolgte die Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle zu einem Standard-Brandeinsatz. Bereits während der Anfahrt erreichten die Leitstelle jedoch zahlreiche weitere Notrufe über die europaweite Notrufnummer 112. Aufgrund der übereinstimmenden Meldungen und der daraus gewonnenen Erkenntnisse wurde das Einsatzstichwort umgehend auf „Bestätigtes Feuer“ erhöht und weitere Einsatzkräfte nachalarmiert.

Beim Eintreffen der Feuerwehr zeigte sich, dass es in einem Kellerbereich zu einem ausgedehnten Brand gekommen war. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten waren zwei Gebäude über den großräumigen Keller miteinander verbunden und nicht voneinander getrennt. Infolgedessen waren beide darüberliegenden Treppenräume bereits massiv verraucht. Erste Kellerfenster waren durch die Brandeinwirkung bereits geborsten, aus einem Fenster schlugen deutlich sichtbare Flammen. Mehrere Bewohnerinnen und Bewohner machten sich an Fenstern und auf Balkonen lautstark bemerkbar und forderten Hilfe.

Unverzüglich leitete die Feuerwehr umfangreiche Maßnahmen zur Menschenrettung ein. Mehrere Personen wurden über die Drehleiter sowie tragbare Leitern aus dem Gebäude gerettet. Parallel dazu wurde zunächst ein Löschrohr von außen in den Kellerbereich vorgenommen, um die Brandausbreitung einzudämmen und die Intensität des Feuers zu reduzieren. Anschließend gingen mehrere Trupps unter Atemschutz mit verschiedenen Löschrohren zur Brandbekämpfung in den Keller vor.

Weitere Personen konnten über den baulichen Rettungsweg, die beiden Treppenräume, aus dem Gebäude gerettet werden. Zu Spitzenzeiten waren rund zwölf Einsatzkräfte unter Atemschutz gleichzeitig im Gebäude im Einsatz – sowohl zur Menschenrettung als auch zur Brandbekämpfung.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich aufgrund der erheblichen Brandlast im Kellerbereich besonders aufwendig. Dort befanden sich größere Mengen an brennbaren Materialien.

Insgesamt mussten 19 Personen durch den Rettungsdienst betreut werden. Vier Personen erlitten Verletzungen und wurden medizinisch versorgt. Unter den Verletzten befand sich auch ein Feuerwehrangehöriger.

Aufgrund der kalten Temperaturen in der Nacht wurde zusätzlich ein Betreuungsbus des Bevölkerungsschutzes des Landkreises Ludwigsburg alarmiert. Dieser diente als Anlaufstelle für die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner und ermöglichte deren vorübergehende Betreuung und einen Aufenthalt im Warmen.

Nach Abschluss der Brandbekämpfung wurde der Gerätewagen Messtechnik hinzugezogen. Mit dessen Hilfe wurden Messungen in den betroffenen Wohnungen durchgeführt, um mögliche Schadstoffbelastungen durch giftige Rauchgase festzustellen. Darüber hinaus mussten die Kellerräume sowie beide Gebäude umfangreich mit maschinellen Lüftern entraucht werden.

Bis in den Sonntagmorgen hinein bleibt eine Brandwache der Feuerwehr vor Ort, um das Gebäude regelmäßig zu kontrollieren und ein mögliches Wiederaufflammen des Brandes auszuschließen.

Aufgrund der erheblichen Brand- und Rauchschäden sind beide Gebäude bis auf Weiteres nicht bewohnbar. Fünf betroffene Familien mussten durch die Feuerwehr untergebracht werden.

Die Feuerwehr Ludwigsburg war mit rund 70 Einsatzkräften, 15 Fahrzeugen rund sechs Stunden im Einsatz. Ebenfalls vor Ort war der Rettungsdienst, Einheiten des Bevölkerungsschutzes sowie die Polizei.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Massiver Rauch
offene Flammen
Menschenrettung mit Drehleiter